2.5.1 Mörtel und Zusätze

Mörtel und Stein

Die technisch/konstruktive Qualität eines Backstein-Mauerwerks beruht auf den Eigenschaften von Stein und Mörtel sowie der abgestimmten Kombination beider Materialien. Es gilt zwischen Mörtel und Stein einen haftschlüssigen, vollfugigen und fugendichten Verbund herzustellen. Mörtel müssen über eine gewisse Verformbarkeit verfügen und gut verarbeitbar sein. Denn neben den Materialeigenschaften bestimmt die Ausführung über Funktionalität und Haltbarkeit der Fugen und damit des gesamten Mauerwerks.

Für das Verblendmauerwerk wird unterschieden in Mauer- und Fugmörtel. In der DIN 1053-1 fallen beide unter den Begriff Mauermörtel. Nach der Norm dürfen nur Mauermörtel verwendet werden, die die Anforderungen des Anhangs A erfüllen. Demnach ist Mauermörtel ein Gemisch aus Sand, Bindemittel und Wasser, gegeben enfalls mit Zusatzstoffen. Der Korndurchmesser des Sandes sollte für Mauermörtel 0-4 mm und für Fugmörtel 0-2 mm betragen. Besonders geeignet sind Sande mit einem hohen Feinstkornanteil.

Mauermörtel werden unterschieden in Normalmörtel (NM), Leichtmörtel (LM) und Dünnbettmörtel (DN), Normalmörtel wiederum in die Mörtelgruppen I, II, IIa, III und IIIa. Standard ist die Verwendung von Normalmörtel mit Lagerfugen von 10 mm und Stoßfugen von 12 mm. Das Dünnbettverfahren (Lagerfuge 4 mm) darf nur bei Steinen angewendet werden, deren Herstellungstoleranz > = 1,0 mm beträgt.

Mauermörtel

Für die Vermauerung der Vormauerschale dürfen nur die Mörtel der Mörtelgruppen II und IIa gemäß DIN 1053 oder Werktrockenmörtel nach DIN 18557 verwendet werden. Häufig angewendete Mörtelrezepturen:

Kalkzementmörtel Gruppe II
1 RT Portlandzement
2 RT Kalkhydrat
8 RT Sand, Körnung 0-4 mm

Kalkzementmörtel Gruppe IIa
1 RT Portlandzement
1 RT Kalkhydrat
6 RT Sand, Körnung 0-4 mm

Weitere Rezepturen werden tabellarisch in DIN 1053 aufgeführt.

Das Mischen von Mörteln auf der Baustelle darf nur maschinell erfolgen. Die gleichmäßige Zusammensetzung des Mörtels muss durch Auswiegen der Bestandteile gewährleistet sein. Der Zeitaufwand ist hoch, empfehlenswert ist daher die Verwendung werksgefertigter Trockenmörtelmischungen, insbesondere bei größeren Projekten. Diese zeichnen sich aus durch guten Kornaufbau des Mörtelsandes und gute Verarbeitbarkeit. Werkmörtel dürfen nicht mit Zusätzen vermischt werden. Nicht ratsam ist die Verwendung von Werkfrischmörtel mit Erstarrungsverzögerern, da diese Ausblühungen fördern.

Fugmörtel

Beim Fugenglattstrich – Mauern und Verfugen in einem Arbeitsgang – sollten Mörtel der Mörtelgruppe II oder IIa eingesetzt werden. Auch zum nachträglichen Verfugen sollten diese benutzt werden. Zulässig sind für die Verfugung ebenso Zementmörtel der Gruppe III: 1 RT Portlandzement, 4 RT Sand, Körnung 0-2mm. Um die Geschmeidigkeit und Wasserdichtigkeit des Fugmörtels zu erhöhen, kann diesen bis zu 20 Gewichtsprozent Kalkhydrat zugesetzt werden. Für farbige Fugen haben sich entsprechende Fertig-Fugmörtel bewährt, da diese ein gleichmäßiges Farbbild ergeben.

Zuschlag- und Zusatzstoffe

Für Mörtel dürfen nur Bindemittel nach DIN 1060-1 und DIN 1164-1 verwendet werden – im Wesentlichen Zement und Kalkhydrat. Zusatzstoffe aus Trasspulver, Quarzmehl oder Kalksteinmehl verbessern die Plastizität und Verarbeitbarkeit. Zulässig sind lediglich genormte Baukalke, Gesteinsmehle und Trasse sowie Betonzusatzstoffe mit Prüfzeichen und geeignete Pigmente. Zusatzstoffe dürfen nicht auf den Bindemittelgehalt angerechnet werden.


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2.4.7 Horizontale Dehnungsfugen

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