3.12 Checkliste zum Energieeffizienzhaus

Städtebau:
• Südorientierung der Fassaden mit Hauptfensterflächen.
• Ausreichende Gebäudeabstände zur Solarnutzung bei tiefstehender Sonne.
• Höchstmögliche Verdichtung durch Reihenhäuser oder Blockbebauung.
• Solarorientierte Dachneigungen und Firstlinien.
• Begrünung zur sommerlichen Verschattung und zur Beeinflussung des Mikroklimas. 

Architektur:
• Kompakte Baukörper mit möglichst breiter Südfront bei reduzierter Gebäudetiefe.
• Keine Vor- und Rücksprünge von mehr als 0,5 m aus der Baulinie.
• Anordnung von Pufferräumen oder Gebäudeteilen untergeordneter Nutzung im Norden.
• Verzicht auf Erker und Gauben bei vereinfachten Dachformen.
• Sinnvoll aufeinander abgestimmtes Dämmkonzept.
• Darstellung aller wichtigen Baudetails im Rahmen der Ausführungsplanung.
• Erstellung spezifizierter Ausschreibungsunterlagen mit exakten Produktangaben. 

Passive Solarenergienutzung:
• Fensterflächenanteile südorientierter Fassaden ≥ 50 %, übrige Anteile nicht über die zur Belichtung notwendigen hinaus.
• Optimierte Flächenorientierung und -neigung zur passiven und aktiven Solarenergienutzung.
• Gebäudezonierung und -schnitt nach Nutzungszonen mit unterschiedlichen Raumtemperaturen.
• Anordnung speicherfähiger Innenbauteile im Strahlengang der Sonne.
• Verzicht auf raumseitige Dämmschichten.

Lüftungskonzept:
• Luftdichtheit der Gebäudehülle anstreben.
• Bei Fensterlüftung Möglichkeit der Querlüftung schaffen.
• Nicht jedes Fenster muss öffenbar sein.
• Innenliegende Räume oder solche mit hohem notwendigen Luftwechsel mit mechanischer Abluft versehen.
• Zuluftvorwärmung über Glasanbauten oder Erdreich möglich.
• Notwendigkeit einer mechanischen Zu- und Abluftanlage mit Wärmerückgewinnung prüfen.

Baulicher Wärmeschutz:
• Zweischalige Außenwände mit sinnvollem Wärmeschutz.
• Fenster mit mindestens doppelt verglasten Wärmeschutzgläsern mit Edelgasfüllung und Infrarotverspiegelung und gleichzeitig hohem Gesamtenergiedurchlassgrad.
• Hochwärmedämmende Fensterrahmen mit möglichst großer Blendrahmenstärke zum Erzielen einer hohen Luftdichtheit in der Einbaufuge.
• Außentüren mit wärmegedämmter Füllung.
• Schrägdächer mit Vollsparrenund Untersparrendämmung und abgestimmten Dichheitsschichten.
• Großzügige Wärme- und Trittschalldämmungen unter schwimmenden Estrichen.
• Hochwertige Dämmung von Abseitenwänden, Gauben und Deckenflächen gegen Außenluft.

Bauausführung:
• Vermeidung von Wärmebrücken an Bauteilanschlüssen (Deckenauflager, Rollladenkästen, Dachanschlüsse).
• Verwendung geeigneter Materialien und Materialkombinationen (Dämmung der Satteldächer).
• Einsatz hochwertiger Verglasungen in wärmegedämmten Fensterrahmen (insbesondere bei Dachflächenfenstern).
• Überwachung der Bauausführung an handwerklich schwierigen Baudetails (Dachanschlüsse,Kehlgebälk, Abseiten).
• Ausführung dauerhaft luftund winddichter Anschlüsse (Kehlgebälk, Gauben, Fenstereinbaufugen).
• Thermische Trennung auskragender und in Kaltbereiche ragender Bauteile (Balkone, Vordächer).
• Überprüfung der wärmetechnischen Kennwerte anhand von Produktbegleitzetteln und Lieferscheinen. 

Haustechnik:
• Kurze Heiz- und Warmwasserleitungen zur Verringerung der Verteilverluste.
• Aufstellort der Wärmeerzeugung innerhalb der thermischen Hülle.
• Ausreichende Dämmung der Rohrleitungen auch bei Verlegung in Bauteilen und bei Durchdringungen.
• Einbau zeitlich steuerbarer Zirkulationspumpen, Beleuchtung, etc.
• Überprüfung der möglichen Dämmstärke bei Brauchwasserspeichern über die vorhandene hinaus.
• Beschädigungen von Dichtungsebenen durch Elektroinstallationen, Dunstrohre etc. vermeiden.

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3.11.1-2 Anforderungen aus dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz 2009

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3.13.1-4 Bestandswohngebäude