3.9.1-3 Sommerlicher Wärmeschutz

Der Sommerliche Wärmeschutz ist wie bisher gemäß DIN 4108 – 2 oder alternativ mittels Simulationsrechnungen für einzelne Räume, Raumgruppen oder Nutzungszonen nachzuweisen und bleibt damit ohne Änderung gegenüber den Anforderungen der EnEV 2007.

Die EnEV verlangt für Wohngebäude in §3 Absatz 4 ausdrücklich die Einhaltung des sommerlichen Wärmeschutzes gemäß DIN 4108-2. Die in der Vergangenheit gewährten Anforderungserleichterungen, die an den Fensterflächenanteil der Fassaden gebunden waren, sind gestrichen. Das sommerliche Temperaturverhalten ist von großer Bedeutung für die Behaglichkeit innerhalb moderner Niedrigenergiehäuser. Die sich maximal einstellenden Raumlufttemperaturen hängen von der Klimaregion, von der Bauweise des Gebäudes sowie von dessen Nutzer ab. Die Beeinflussung der Raumlufttemperatur ist durch die Benutzung des Sonnenschutzes und die Belüftung über Fenster und Lüftungsanlagen möglich. Nach DIN 4108-2 sollen im Nachweisverfahren nach sogenannte Sonneneintragskennwerte für kritische Raumsituationen, d.h. für einzelne Räume oder auch zusammenhängende Raumgruppen nicht überschritten werden. Grenzen Räume, für den ein Nachweis geführt werden soll, an unbeheizte Glasvorbauten oder sind sie mit Doppelfassaden oder transparenter Wärmedämmung versehen, kann das im Folgenden dargestellte vereinfachte Nachweisverfahren nur mit Einschränkungen angewandt werden.

Verfahren

Durch Einhaltung des Sonneneintragskennwertes Smax = Szul wird unter Standardbedingungen gewährleistet, dass eine bestimmte Grenz-Raumtemperatur in nicht mehr als 10 % der Aufenthaltszeit überschritten wird. Diese Grenz-Temperatur ist abhängig vom Klimastandort und damit von der durchschnittlichen Monatstemperatur des heißesten Monats im Jahr und wird in Deutschland nach drei Regionen gemäß Tabelle 3 unterschieden.

Bei Wohn- und wohnähnlich genutzten Gebäuden kann auf den Nachweis des Sommerlichen Wärmeschutzes verzichtet werden, wenn raum- oder raumgruppenweise die in Tabelle 4 zusammen gestellten, auf die einzelnen Fassaden bezogenen Fensterflächenanteile nicht überschritten werden. Dabei ist zu beachten, dass bei der Ermittlung der Fensterflächenanteile z. B. Dachflächenfenster mit der dazugehörigen Dachfläche berücksichtigt werden müssen. Weiterhin kann auf einen Nachweis verzichtet werden, wenn Ost-, Süd- und Westfenster mit Sonnenschutzvorrichtungen mit einem Abminde - rungsfaktor FC ≤ 0,3 (z. B. Rollläden) ausgestattet sind. Der Sonneneintragskennwert S eines Raumes ermittelt sich wie folgt:

S = ∑j (Aw,j · gj · FC,j)/AG (34)

mit:

Aw = gesamte Fensterfläche in m2 (ermittelt nach Rohbaumaßen)

g = Gesamtenergiedurchlassgrad der Verglasung

FC = Abminderungsfaktor für Sonnenschutzvorrichtungen

AG = Nettogrundfläche des Raumes

Die Tabelle 5 enthält Anhaltswerte für Abminderungsfaktoren FC von fest installierten Sonnenschutzvorrichtungen.

Tabelle 3

Tabelle 4

Tabelle 5

Anforderungen

Der nach Szul = ∑Sx ermittelte Sonneneintragskennwert S darf den Höchstwert Szul nicht überschreiten. Der Höchstwert wird als Summe aus allen zutreffenden Zuschlagswerten nach folgender Gleichung ermittelt:

Als Zuschläge Sx sind die Werte nach Tabelle 6 anzusetzen:

Tabelle 6

Tabelle 6

Speicherfähigkeit und Bauart

Die Einteilung in Bauarten erfolgt durch die Ermittlung der wirksamen Wärmespeicherfähigkeit des betrachteten Raums nach DIN V 4108-6. Dabei ist folgende Einstufung vorzunehmen:

• leichte Bauart: Gebäude ohne Festlegung der Baukonstruktion, Holzständerkonstruktion, leichter Dachgeschossausbau, abgehängte Decken,

• mittlere Bauart: Wohnräume in Gebäuden aus Wärmedämmziegeln und massivem Innenausbau,

• schwere Bauart: Wohnräume z. B. in Ziegelgebäuden aus HLz mit ρ ≥ 1,0 kg/dm3 und massivem Innenausbau.

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3.8.1-3 Messen der Gebäudedichtheit

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