5.2.2-4 Feuchteschutz im Detail

Fußpunkt/Sockel

Auf die Ausbildung des Fußpunktes ist besondere Sorgfalt zu verwenden, insbesondere im Falle einer erdberührenden Vormauerschale. Bei allen Arten von Verblendmauerwerk muss die Abdichtung des Schalenzwischenraumes in Höhe der Aufstandsfläche, also unter der ersten Steinschicht, angeordnet werden. Die Abdichtung ist an der Innenschale bis 30 cm über Gelände oder bis 15 cm über die Aufstandsfläche zu führen. Die Abdichtung muss an der Außenseite der Innenschale hochgeführt werden. Abdichtungsbahnen müssen der DIN 18195-4 entsprechen: in der Regel Bitumen- oder Polymerbahnen. Es ist mindestens eine Sperrschicht vorzusehen. Der Schalenzwischenraum sollte am Fußpunkt oberhalb der Oberkante des Geländes entwässert werden. Erfolgt die Entwässerung unterhalb der Oberfläche des Geländes, muss eine Sickerschicht oder Dränung vorgesehen werden. Bei kapillarsaugendem Verblendmauerwerk sollte oberhalb der Spritzwasserzone eine zusätzliche waagerechte Abdichtung angeordnet werden. Durch eine Schüttung aus Grobkies als Dränageschicht kann das Aufsteigen von Kapillarfeuchtigkeit wirkungsvoll verhindert werden. Zudem ist es möglich, den Mörtel des Verblendmauerwerks im Sockelbereich als „Sperrmörtel“ mit wasserabweisenden Zusätzen auszuführen. Für die Ausführung von Be- und Entlüftung siehe 2.3.2 Zweischalige Wand mit Lüftung und Wärmedämmung sowie 2.3.4 Zweischalige Wand mit Kerndämmung.

Fußpunkt einer zweischaligen Wand mit Kerndämmung - Entwässerung
unterhalb der Geländeoberfläche (siehe Anschlusspunkt 4.1.1)

Fußpunkt einer zweischaligen Wand mit Kerndämmung - Entwässerung unterhalb der Geländeoberfläche (siehe Anschlusspunkt 4.1.1)
© Horschler/Pohl

Zweifache Sperrschicht einer zweischaligen Wand bei erdberührendem
Mauerwerk

Zweifache Sperrschicht einer zweischaligen Wand bei erdberührendem Mauerwerk
© FV Ziegel Nord

Fenstersturz, -laibung und -sohlbank

Bei der Überdeckung von Öffnungen sind stets Fußpunktabdichtungen und Entwässerungsöffnungen gemäß DIN 1053-1 vorzusehen. Die Abdichtungsbahnen sind seitlich ca. 20 cm über die Fensterlaibungen hinwegzuführen und an beiden Enden in die Stoßfugen der darüberliegenden Steinschicht einzumauern. Damit wird ein seitlicher Ablauf von Wasser verhindert. Auch im Bereich der Laibungen soll mittels Dichtungsbahnen eine Überleitung von Feuchtigkeit verhindert werden. Werden allerdings Wasser ableitende Dämmstoffe verwendet, kann auf eine Dichtung verzichtet werden. Diese ist aus Gründen der Luftdichtheit dennoch ratsam.

Sohlbänke sind ebenfalls mit Dichtungsbahn einzubauen. Die Abdichtung sollte auch hier an den Seiten nach oben geführt werden. Um das Eindringen von Feuchtigkeit bei Sohlbänken zu gewährleisten, muss in erster Linie die Oberfläche wasserdicht sein. Es ist auf eine vollfugige und haftschlüssige Verfugung zu achten. Außerdem sollte dem Mörtel ein wasserabweisender Zusatz beigefügt werden. Sinnvoll ist hier der Einsatz von Fertigteilen (siehe 2.6.1 Elementbau). Sohlbänke sind mit ausreichend Gefälle (mind. 15°) und mit Überstand einzubauen. Auch bei der Verwendung von Metallfensterbänken ist eine Dichtungsbahn notwendig. Diese sollte seitlich mit der Andichtung der Fensterbank (am besten mit Metallanschlussprofil und dauerelastischem Dichtstoff) verbunden werden.

Metallfensterbank Pfarrheim Münster, Architekt: Eckhard Scholz, Senden

Metallfensterbank Pfarrheim Münster, Architekt: Eckhard Scholz, Senden
© E. Scholz

Vertikalschnitt Außenwand mit
Dichtungsbahnen
1. als Feuchteschutz der zweischaligen Wand und
2. als Luftdichtung

Vertikalschnitt Außenwand mit Dichtungsbahnen 1. als Feuchteschutz der zweischaligen Wand und 2. als Luftdichtung
© E. Scholz

Fachgerechter Einbau von Dichtungsbahnen über Stürzen: Befestigung an der Hintermauerschale und in der Hohlschicht mit Gefälle nach außen.

Fachgerechter Einbau von Dichtungsbahnen über Stürzen: Befestigung an der Hintermauerschale und in der Hohlschicht mit Gefälle nach außen.
© ZWM/KopfKunst

Die Dichtungsbahn muss hohlkehlenförmig ausgebildet sein.

Die Dichtungsbahn muss hohlkehlenförmig ausgebildet sein.
© ZWM/KopfKunst

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5.2.1 Feuchteschutz - Schlagregenschutz

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