6.1.1 Vermauern

Stein und Mörtel

Für die Vermauerung von Backsteinen sind die handwerklichen Regeln einzuhalten, wie sie in der DIN 1053-1 festgehalten sind. Diese umfassen die Einhaltung des Mindest-Überbindemaßes der Steinschichten von jeweils 40% und die Positionierung von Dehnungsfugen (siehe Verband und Fuge 2.4.1). Weiterhin müssen Stein (Saugfähigkeit) und Mörtel (Plastizität, Wasserückhaltevermögen) aufeinander abgestimmt sein. Für die Vermauerung sind Mörtel der Mörtelgruppe MG IIa zu verwenden (siehe Mörtel 2.5.1). Die Vermauerung muss vollfugig und haftschlüssig erfolgen – Hohlräume in der Vermörtelung führen zu schädigendem Wasserstau.


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Wasser und Mörtel

Vormauerziegel müssen je nach Saugverhalten vor der Verarbeitung vorgenässt werden. Damit werden die Saugfähigkeit der Steine und die Aufnahme von Alkalibestandteilen aus dem Mörtelwasser verringert. Vornässen ist auf jeden Fall notwendig bei der Verwendung von Baustellenmörtel. Bei geeignetem Werktrockenmörtel kann das Vornässen entfallen, wenn dieser durch Zusätze über ein erhöhtes Wasserrückhaltevermögen verfügt. Klinker sollen nur trocken vermauert werden. Auf Grund ihres geringen Saugvermögens neigen diese zum Schwimmen. Es ist daher zweckmäßig, die Plastizität des Mörtels etwas herabzusetzen. Ein zu steifer Mörtel kann dazu führen, dass die für die Festigkeit des Mörtels erforderliche Hydratation (Erhärtung der Zemente durch Wasser) nicht vollständig erfolgt. Fehlender Haftverbund ermöglicht das Eindringen von Regenwasser in das Mauerwerk. Umgekehrt ist Mörtel so einzustellen, dass er nicht wässert. Bei der Verarbeitung eines wässernden Mörtels kann kalkhaltiges Wasser zu Verschmutzungen an der Klinkerfassade führen. Die Konsistenz des Mörtels sollte so beschaffen sein, dass er nicht auf der Rückseite der Vorsatzschalen abbricht. Die Verwendung von Werkfrischmörtel ist problematisch. Um die Verarbeitungszeit zu verlängern, enthalten diese verzögernde Zusatzmittel. Es besteht die Gefahr des Austrocknens vor der Erhärtung. Folge können Ausblühungen sein.

Das Abbinden des Mörtels braucht Zeit (2 bis 4 Tage je nach Witterung). Vorzeitiger Entzug von Mörtelwasser durch Witterungseinflüsse ist unbedingt zu vermeiden. Andererseits sind Vormauerziegel vor und während der Verarbeitung vor starkem Schlagregen zu schützen. Dies gilt ebenso für frisch fertiggestelltes Mauerwerk, bis der Trocknungs- und Härtungsprozess abgeschlossen ist. Danach ist der Mörtel wasserfest. Bei Regen und Frost sollte nicht gemauert werden (siehe Ausführungsempfehlungen 6.4.1).


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Prinzip Zweischalige Wand: Arbeitsschritte
vom Einlegen der Anker über
die Befestigung der Wärmedämmung
(siehe Rückseite) und Anbringen der
Tropfscheiben bis zur Verfugung)

Prinzip Zweischalige Wand: Arbeitsschritte vom Einlegen der Anker über die Befestigung der Wärmedämmung (siehe Rückseite) und Anbringen der Tropfscheiben bis zur Verfugung)
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Verlegen von Wärmedämmplatten im Verband

Wärmedämmplatten, ob aus Mineralfaser oder Hartschaum, sollten immer im Verband verlegt werden. Die Überdeckung von Fugen erhöht Winddichtigkeit und Luftdichtheit der Gebäudehülle. Außerdem dient dies der Vermeidung von Kältebrücken und Tauwasserproblemen.
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5.5.1 Solarabsorption

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6.2.1 Verfugen