6.9.1 Fokus Fuge

Bindeglied und Schwachstelle

Fugen halten das Mauerwerk zusammen. Umgekehrt kann nur über die Fugen so viel Wasser eindringen, dass das Mauerwerk geschädigt wird. Ursachen sind meist geringe Verdichtung (unvollständig gefüllte Stoßfugen) und schlechte Haftung des Mörtels an den Steinen. Durch frühzeitiges Entziehen von Anmachwasser verdurstet der Mörtel. Bei porösem Mörtel dringt Wasser durch Risse, Poren, Hohlräume, und Blattkapillare werden mit Wasser gefüllt und halten dieses im Mauerwerk. Der Mörtel laugt aus – Kalkfahnen und Ausblühungen sind die Folgen.
Verarbeitungsfehler: nicht haftschlüssiger Mörtel fördert Wassereintritt.

Verarbeitungsfehler: nicht haftschlüssiger Mörtel fördert Wassereintritt.
© FV Ziegel Nord

Die Kunst der Fuge

Wesentlichen Einfluss auf den Wassereintritt hat die Fugenausbildung – technisch und gestalterisch. Das Glattstrichverfahren zeichnet sich auf Grund der homogenen Mörtelmasse durch hohe Haftung, Dichtung und Belastbarkeit aus. Bei der nachträglichen Verfugung ist auf Grund problemhafter Verdichtung und unzureichender Verbindung zwischen Mauer- und Fugmörtel die Schadensanfälligkeit hoch. Die gilt auch für gestaltete Fugen unterschiedlichster Art: Wasser verweilt auf den Kanten, Dichtungsbahnen werden unterlaufen. Die Regel der Technik verlangt vollfugiges Mauern.

Links: Verfugen mit Fugenglattstrich
gewährt Dichtigkeit des Mauerwerks
(robustes und zuverlässiges
Verfahren).
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Rechts: Nachträgliches Verfugen erhöht die
Gefahr des Wassereintritts, insbesondere
bei nicht vollständiger Verfüllung
der Fugen.

Links: Verfugen mit Fugenglattstrich gewährt Dichtigkeit des Mauerwerks (robustes und zuverlässiges Verfahren).
Rechts: Nachträgliches Verfugen erhöht die Gefahr des Wassereintritts, insbesondere bei nicht vollständiger Verfüllung der Fugen.


© HOCHTIEF Technische Beratung H. Wisslicen

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6.8.2 Ausblühungen / Auslaugungen

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6.10.1 Vermeidung von Ausblühungen