7.2.1 Kalkulation

Grundlagen der Kalkulation

Arbeitsaufwand und Baustoffbedarf für Mauerwerksarbeiten sind abhängig von der Form des Bauwerks (gegliedertes oder großflächiges Mauerwerk, Anzahl und Art der Öffnungen), den verwendeten Steinformaten, der Fugenausbildung und Verfugungsart. Zu beachten sind weiterhin Nebenkosten wie Mauerhilfen, erforderliche Arbeits- und Schutzgerüste sowie die Nachbehandlung von Mauerwerk. Kosten, die sich nicht direkt einzelnen Teilleistungen zurechnen lassen, werden als Gemeinkosten erfasst, wie z.B. die Kosten der Baustelleneinrichtung, der Bauleitung, der Hilfslöhne und Nebenstoffe sowie die allgemeinen Geschäftskosten. 
 
In der Kalkulation zweischaliger Wände müssen Vor- und Hintermauerschale unterschieden werden. Für die Innenschale gewinnt der Einsatz großformatiger Plansteine oder Planelemente an Bedeutung. So sinkt der Zeitbedarf für die Verarbeitung von Großformaten um bis zu 15%. Bei einem Hochlochziegel ergeben sich allein durch die Formatwahl von 2 DF auf 16 DF Arbeitszeitunterschiede von 2,2 Stunden pro m3 Mauerwerk (von 5,0 auf 2,8). Die Steinzahl reduziert sich von 263 auf 32 Stück /m3 und der Mörtelbedarf von 260 auf 140 Liter /m3. In der Vormauerschale können aus konstruktiven Gründen nur kleinformatige Steine eingesetzt werden. Der Einsatz von Fertigteilen, insbesondere bei seriellen Bauteilen, bringt erhebliche Zeit- und Kostenvorteile.


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Arbeitszeit-Richtwerte

Angebots- wie genauere Auftragskalkulation für die Verarbeitung klein- und großformatiger Steine beruhen oft auf Erfahrung. Hilfen bieten die Steinhersteller sowie die Arbeitszeit-Richtwerte Hochbau (ARH). Diese wurden vom Bundesausschuss Leistungslohn gemeinsam von den Tarifparteien der Bauwirtschaft und wiederum den Steinherstellern durch umfangreiche Zeitmessungen auf Baustellen unterschiedlicher Schwierigkeitsgrade ermittelt. Die Arbeitszeit-Richtwerte-Tabellen enthalten übergreifende Angaben für den Mauerwerkbau, das ergänzende Handbuch Arbeitsorganisation Bausystem und produktbezogene Werte (Quelle: Zeittechnik-Verlag GmbH, Neu-Isenburg). Anhaltspunkte für die überschlägige Kalkulation finden sich in der Tabelle auf der folgenden Seite.

Kostenermittlung nach DIN 276

Die Kostenermittlung dient nicht zur Kalkulation von Baukosten sondern zur Budgetierung: der möglichst exakten Ermittlung des vom Bauherrn zu zahlenden Baupreises. Sie sollte nach DIN 276 Kosten von Hochbauten parallel zur Bauplanung in vier Stufen erfolgen:
 
  • Kostenschätzung
  • Kostenberechnung
  • Kostenanschlag
  • Kostenfeststellung.
 
DIN 276 enthält dazu eine einheitliche Gliederung nach Kostengruppen; die Kostengruppe 300 umfasst Kostenindizes für Baukonstruktionen, 330 für Außenwände.
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7.1.1 Baukosten / Gebäudeunterhalt

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