7.5.2 Nachträgliche Wärmedämmung zweischaliger Außenwände

Abstandsflächen nach LBO

Die Bundesländer unterstützen in ihren Landesbauordnungen LBO Maßnahmen zur energetischen Optimierung von Gebäuden. Die vorgeschriebenen Abstandflächen dürfen unterschritten werden, wenn bestehende Gebäude nachträglich im Zuge von Wärmeschutzmaßnahmen verkleidet oder
verblendet werden. Es empfiehlt sich jedoch, rechzeitig die Bauaufsicht und auch die Nachbarn über die geplante Sanierungsmaßnahme zu informieren.
Bild 6: Die Dämmung wird als loses Granulat in die Hohlschicht eingeblasen.

Bild 6: Die Dämmung wird als loses Granulat in die Hohlschicht eingeblasen.
© Rockwool

Ältere zweischalige Außenwand mit Luftschicht

Bei älteren zweischaligen Außenwänden mit Luftschicht sind die Anforderungen der neuen EnEV als erfüllt anzusehen, wenn der bestehende Hohlraum zwischen den Schalen vollständig mit Dämmstoff ausgefüllt wird.

Nachträgliches Einbringen des Dämmmaterials

Das Einblasen der Wärmedämmung in die Hohlschicht geschieht in der Weise, dass zunächst eine erforderliche Anzahl von Löchern in der Vorsatzschale gebohrt oder einzelne Klinker entfernt werden. Dies geschieht in kleineren Abständen im oberen Fassadenbereich und auch im Fensterbrüstungsbereich. Das Dämmmaterial wird nun über einen flexiblen Schlauch in die Luftschicht zwischen den Mauerwerksschalen geblasen (Bild 6). Durch den leichten Überdruck beim Einblasen wird die Schüttung verdichtet und bildet eine geschlossene, hohlraumfreie Dämmschicht. Abschließend werden die Einfüllöffnungen wieder verschlossen (Bild 7).
Obwohl diese Methode im Vergleich zur Neuverblendung erheblich weniger Aufwand in Anspruch nimmt, ist deren Erfolg als mäßig anzusehen. Wichtige Voraussetzung für die Wirksamkeit dieser Methode ist, dass die Körnung ohne Hindernisse hohlraumfrei in die Luftschicht rieseln kann. Die bisherigen Erfahrungen mit zweischaligen Außenwänden zeigen jedoch, dass die Hohlschicht an vielen Stellen mit Mörtelbrücken eingeengt ist. Diese führt dazu, dass dort Wärmebrücken entstehen, welche sich auf das Raumklima negativ auswirken. Darüber hinaus muss im Bereich der Sohlbänke, Stürze sowie des Sockels in jedem Falle mit Wärmebrücken gerechnet werden. Ferner ist bei dieser Sanierungsmaßnahme aufgrund der meist nur 5 cm bis 7 cm dicken Hohlschicht das Energieeinsparpotenzial als sehr begrenzt anzusehen.
Bild 7: Nach Abschluss der Arbeiten wird der Verblendstein wieder eingesetzt und vermörtelt.

Bild 7: Nach Abschluss der Arbeiten wird der Verblendstein wieder eingesetzt und vermörtelt.
© Rockwool

Bild 7: Nach Abschluss der Arbeiten wird der Verblendstein wieder eingesetzt und vermörtelt.

Bild 7: Nach Abschluss der Arbeiten wird der Verblendstein wieder eingesetzt und vermörtelt.
© ZWM/KopfKunst

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7.5.1 Sanierung bestehender Putzfassaden / Sanierungsdetails

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7.5.3 Neuverblendung alter Verblendschalen