7.5 Sanierung und nachträgliche Wärmedämumung

Die Sanierung mit Backstein bietet Architekten, Bauunternehmern und Bauherren eine der effektivsten Perspektiven, wenn es um dauerhaften Gebäudeerhalt geht. Die hohe Wertbeständigkeit einer Vormauer aus Backstein, die problemlose Erfüllung der Anforderungen, die sich aus der neuen EnEV ergeben, die Witterungsresistenz, das gesunde Wohnklima und die gestalterische Vielfalt sind einschlägige Gründe für eine Sanierung mit dem langlebigen Baustoff.

Insbesondere vor dem Hintergrund der neuen EnEV, die die Anforderungen an den Baubestand gegenüber der Wärmeschutzverordnung 95 weiter verschärft, gilt es, Wärmedämmung und Fassadenerneuerung zukunftsfähig miteinander zu verbinden. So wurde bspw. der maximale Wärmedurchgangskoeffizient der Außenwände von beheizten Räumen bei Änderungen an mindestens 20 % der Bauteilfläche von bisher kmax ≤ 0,40 W/(m2·K) auf Umax ≤ 0,35 W/(m2·K) reduziert. Unter Berücksichtigung, dass 40 Prozent der Wärmeverluste über die Außenwand erfolgen, ergeben sich hier immense Einsparpotenziale. Selbstverständlich ist das Ergebnis immer abhängig von der Qualität der Dämmschicht und von der korrekten Ausführung. Mittels einer Backsteinfassade mit hinterliegender Dämmschicht können mühelos die Anforderungen der EnEV erreicht werden.

Staatliche Fördermittel für wärmetechnische Sanierungsmaßnahmen können in Form von zinsgünstigen Darlehen in Anspruch genommen werden. Der Bedeutung der energetischen Sanierungsmaßnahmen im Baubestand trägt die Bundesregierung seit dem 1. Januar 2003 in der Weise Rechnung, dass eine Gleichstellung der Fördermittel für Neu- und Altbauen festgelegt wurde. Die Kosten für Wartung und Pflege sind bei einer Sanierung mit Backstein gegenüber anderen Wandkonstruktionen sehr gering. Auch wenn eine zweischalige Wand in der Erstellung nicht teurer sein muss, zeigt sie ihre große Stärke besonders auf längere Sicht. Wartungskosten fallen so gut wie gar nicht an, während bei der einschaligen Wand schon nach wenigen Jahren das Nachstreichen notwendig wird und bei einem Wärmedämmverbundsystem nach einer bestimmten Zeit sogar eine Kompletterneuerung notwendig wird.

In aller Regel sind die Kosten für eine zweischalige Wandkonstruktion im Zuge der Investition leichter aufzubringen als später in der Instandhaltungsphase. Diese Problematik wird allzu häufig nicht bedacht und sollte hinsichtlich der Nachhaltigkeit bei der Investitionsentscheidung immer erörtert werden.

Hohe Wärmeverluste durch die Außenwände

Durch nachträgliche Wärmedämmung können die oftmals hohen Wärmeverluste von Altbauten erheblich reduziert werden. Aufgrund ihres hohen Flächenanteils gehen, wie oben erwähnt, bis zu 40 % der Wärmeverluste auf das Konto der Außenwände. Es ist empfehlenswert, die Dämmung dann in Angriff zu nehmen, wenn ohnehin Arbeiten an der Fassade anstehen.
Ziegelsichtmauerwerk ermöglicht eine individuelle Fassadengestaltung und hebt den Wert des Gebäudes.

Ziegelsichtmauerwerk ermöglicht eine individuelle Fassadengestaltung und hebt den Wert des Gebäudes.
© Fachverband Nord

Positive Auswirkungen auf das Raumklima

Eine nachträgliche Wärmedämmmaßnahme in Verbindung mit einer Backsteinfassade hat auch entscheidende Auswirkungen auf ein positives Raumklima. Eine Tauwasserbildung und die Folgeschäden, wie Schimmelpilzbildung, können bei gut gedämmten Außenwänden ausgeschlossen werden.

Nachträgliche Wärmedämmung von Fassaden mit Ziegelsichtmauerwerk

Vorteile einer Fassadensanierung mit Ziegelverblendmauerwerk

Ziegelfassaden haben sich seit Jahrhunderten als dauerhaft und unverwüstlich gegen höchste Witterungseinflüsse bewährt. Die Vorteile einer Fassadensanierung mit Ziegelverblendmauerwerk können wie folgt zusammengefasst werden: 
  • unbegrenzte Lebensdauer und Wartungsfreiheit
  • beständig gegen atmosphärische Schadgase und gegen den sauren Regen
  • dauerhaft beständig gegen UV-Strahlen und farbecht
  • individuelle Gestaltung durch vielfältige Formate, Oberflächenfarben und -strukturen
  • schmutzabweisend und daher dauerhaft ansehnliche Optik
  • sehr niedrige Gleichgewichtsfeuchte, hohe Lichtabsorption und hervorragende Wärmespeicherung der Ziegelfassaden
  • Verhinderung von Algenbefall
  • guter sommerlicher Wärmeschutz aufgrund hoher Speichermasse der Ziegelverblendschale
  • ökologisch empfehlenswert wegen Dauerhaftigkeit und Recycelbarkeit

Sanierungsmöglichkeiten mit Backstein

Es gibt fünf verschiedene Sanierungsmöglichkeiten mit Backstein. Die Optimallösung ist die Neuverblendung einer bestehenden Fassade. Je nach baulicher Gegebenheit sind Alternativen sinnvoll. Auf den folgenden Seiten finden Sie technische Details zu den verschiedenen Sanierungsvarianten.
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7.4.1 Substanzschutz

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7.5.1 Sanierung bestehender Putzfassaden / Sanierungsdetails