8.2.1-2 Backstein Kennwerte

Backstein und DIN 105 Mauerziegel

Der Begriff Backstein wird in der DIN 105 nicht verwendet, sondern die Begriffe Ziegel und Klinker zur Definition von Anforderungen und Eigenschaften der unterschiedlichen Steinarten. In der DIN 105 sind alle Mauerziegel aufgeführt, sowohl für die Erstellung von Vor- als auch Hintermauerschalen. 
 
Die DIN 105 gliedert sich in fünf Teile: Teil 1 Mauerziegel; Vollziegel und Hochlochziegel, Teil 2 Mauerziegel; Leichthochlochziegel, Teil 3 Mauerziegel; Hochfeste Ziegel und hochfeste Klinker, Teil 4 Mauerziegel; Keramikklinker und Teil 5 Mauerziegel; Leichtlanglochziegel und Leichtlangloch-Ziegelplatten. Mauerziegel werden für tragendes und nichttragendes Mauerwerk eingesetzt. Hochfeste Steine sind für hochbeanspruchte Außen- und In nen wände geeignet. Alle Ziegel wer den aus Ton, Lehm oder tonischen Massen mit und ohne Zusatzstoffe hergestellt. Diese dürfen die Eigenschaften der Ziegel nicht beeinträchtigen.
 

Vollziegel und Hochlochziegel nach DIN 105 Teil 1

Vormauer-
hochlochziegel
DIN 105 Teil 1

VHLz A
oder
VHLz B

12
20
28

1,4
1,6
DF
NF
2 DF
3 DF
24,0
24,0
24,0
24,0
11,5
11,5
11,5
17,5
5,2
7,1
11,3
11,3
Vollziegel
Vormauervollziegel
DIN 105 Teil 1
Mz
VMz
12
20
28
1,6
1,8
2,0
(2,2)
DF
NF
2 DF
SF
3 DF
5 DF
24,0
24,0
24,0
30,0
24,0
30,0
11,5
11,5
11,5
14,5
17,5
24,0
5,2
7,1
11,3
11,3
11,3
11,3
Hochlochklinker
DIN 105 Teil 1
KHLz A
oder
KHLz B
28

≥1,9 3)

DF
NF
2 DF
3 DF
24,0
24,0
24,0
24,0
11,5
11,5
11,5
17,5
5,2
7,1
11,3
11,3
Vollklinker
DIN 105 Teil 1
KMz 28 ≥1,9 3)
DF
NF
24,0
24,0
11,5
11,5
5,2
7,1

 

Hochfeste Ziegel und Klinker nach DIN 105 Teil 3

Ziegelart Kurz-
bezeich-
nung
Druck-
festigkeits-
klassen
Roh-
dichte-
klassen
Format-
kurz-
zeichen
Abmessungen 1)
Wanddicke 
Länge cm = Breite cm Höhe cm
Hochlochziegel  HLz/
VHLz
36
48
und
60
1,2
1,4
1,6
1,8
2,0
2,2
DF
NF
2 DF
3 DF 3)
4 DF 3)
5 DF 3)
24,0
24,0
24,0
24,0
24,0
24,0
11,5
11,5
11,5
17,5
24,5
30,0
5,2
7,1
11,3
11,3
11,3
11,3
Vollziegel Mz/VMz
Hochloch-
klinker 2)
KHLz
Vollklinker 2) KMz

 

Keramikklinker nach DIN 105 Teil 4

Keramikhoch-
lochklinker 4)
KHK 60
1,6
1,8
2,0
und
2,2
DF
NF
2 DF
24,0
24,0
24,0
11,5
11,5
11,5
5,2
7,1
11,3
Vollklinker 4)
(nur beschränkt
lieferbar)
KK

 

Vormauerziegelarten nach DIN 105; für die zweischalige Wand – nicht vermauert mit anderem Mauerwerk – dürfen abweichende Werkmaße gewählt werden:
Länge 190 < = l < = 290,
Breite 90 < = b < = 115,
Höhe 40 < = h < 0 113,
z. B. Euroformat (siehe Formate 1.4.1)

 

Vormauerziegel und Klinker

Vormauerziegel sind Vollziegel, deren Steinquerschnitt senkrecht zur Lagerfläche bis 15% gemindert sein darf. Die Mindestdicke der Außenwandungen beträgt bei Mauerwerk allgemein 15 mm, an den Sichtseiten der Verblendsteine 20 mm. Vormauersteine müssen die Gestalt eines von Rechtecken begrenzten Körpers haben; dies gilt nicht für Formsteine (siehe Baustoffkunde 1). Klinker sind Ziegel, die oberflächig gesintert sind (Massenanteil der Wasseraufnahme bis etwa 7%) und die mindestens die Druckfestigkeitsklasse 28 haben (siehe außerdem Abschnitt Rohdichte). Keramikklinker werden aus hochwertigen, dichtbrennenden Tonen hergestellt (Massenanteil der Wasseraufnahme bis etwa 6%). Sie verfügen über besondere Widerstandsfähigkeit gegenüber aggressiven Stoffen und mechanischer Oberflächenbeanspruchung. Alle Vormauersteine müssen frostbeständig (durch Prüfung nachgewiesen) sein: Vormauerziegel können an der Oberfläche strukturiert werden; Keramikklinker sind glatt oder strukturiert. Eine Läuferschicht und eine Kopffläche des Keramikklinkers müssen frei von Rissen sein. Haarrisse in der Oberfläche, die nach dem vermauern sichtbar werden, gelten nicht als Mangel, da sie wegen der Dichte des Keramikklinkers dessen Güte nicht beeinträchtigen. (DIN 105-4, Abschnitt 3.15)

Rohdichte

Die Rohdichte ist das Gewicht des trockenen Ziegels, bezogen auf das Volumen einschließlich der Hohlräume (DIN 105-1). Ziegel sind in Rohdichteklassen ein geteilt. Bei Klinkern muss die mittlere Scherbenrohdichte mindestens 1,90 kg/dm3 (kleinster Einzelwert 1,80 kg/dm3) betragen. Das entspricht der Rohdichteklasse 2,0. Für Keramikklinker liegt die mittlere Scherbenrohdichte bei mindestens 2,00 kg/dm3 (kleinster Einzelwert 1,90 kg/dm3).

Rohdichteklasse
Mittelwert der Ziegelrohdichte1)
kg/dm3
1.2 1.01 bis 1.20
1.4 1.21 bis 1.40
1.6 1.41 bis 1.60
1.8 1.61 bis 1.80
2.0 1.81 bis 2.00
2.2 2.01 bis 2.20
1) Einzelwerte dürfen die Klassengrenzen um nicht
mehr als 0.1 kg/dm3 unter- bzw. überschreiten

 

Ziegelrohdichte nach DIN 105; Einzelwerte dürfen die Klassengrenzen um nicht mehr als 0,1 kg/dm3 unter- bzw. überschreiten

Druckfestigkeit

Druckfestigkeit bezeichnet die Bruchlast, bezogen auf die gesamte Lagerfläche inklusive der Lochquerschnitte. Hochfeste Vormauerziegel und Klinker erfüllen die Druckfestigkeitsklassen 36, 48 und 60 (zwischen 45,0 und 75,0 N/mm2). Keramikklinker müssen eine mittlere Druckfestigkeit von mindestens 75 N/mm2 aufweisen (kleinster Wert mindestens 60 N/mm2). Das entspricht der Druckfestigkeitsklasse 60.
 
Druckfestigkeitsklasse
Kennzeichnung
Druckfestigkeit N/mm2 
Mittelwert
kleinster
Einzelwert
2    grün
4    blau
6    rot
8    – 1)
12  –
20  gelb
28  braun
2,5
5,0
7,5
10,0
15,0
25,0
35,0
2,0
4,0
6,0
8,0
12,0
20,0
28,0
36 ein violetter Streifen 45,0 36,0
48 zwei schwarze Streifen 60,0 48,0
60 drei schwarze Streifen 75,0 60,0
1) Keine Farbkennzeichnung; Kennzeichnung erfolgt nur durch
Aufstempelung der Druckfestigkeitsklasse in schwarzer Farbe
 
Druckfestigkeit nach DIN 105; die Druckfestigkeitsklasse muss farblich markiert sein: eine mindestens 20 mm Kennzeichnung auf höchstens 200 Ziegel / pro Verpackungseinheit. Außerdem muss sie Angaben über Rohdichteklasse und Hersteller enthalten

Einschlüsse und Salze

Vormauersteine sollen frei sein von schädlichen, treibenden Einschlüssen, wie etwa Kalk. Diese könnten Absprengungen verursachen. Die Verwendbarkeit von Ziegeln mit treibenden Einschlüssen wird über einen Dampftest geprüft. Vormauersteine sollen außerdem frei von schädlichen Salzen sein. Diese können zu Zerstörungen des Steingefüges führen. Der Massenanteil an Magnesiumsulfat (MgSO4) darf daher 0,06% nicht übersteigen. Weiterhin können Salze zu Ausblühungen führen. Der Massenanteil an Natrium- und Kaliumsulfat (Na2SO4 und KaSO4) an unvermauerten Ziegeln darf 0,04% nicht übersteigen (siehe Ausblühungen 6.8.1).
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8.1.1-2 Technische Regeln

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9.1.1 Ausschreibungsgrundlagen