9.2.1 Ausschreibungsempfehlung Zweischalige Wand

Kerndämmung ausschreiben

Zweischalige Außenwände, auch mit Luftschicht und Wärmedämmung, sollten als kerngedämmtes Mauerwerk geplant werden. Der Vorteil dieser Ausschreibungsform liegt darin, dass auch bei einer Unterschreitung der Mindest-Luftschichtdicke von 4 cm durch Ausführungsfehler die Funktionsfähigkeit der Wand unter Zugrundelegung der DIN 1053 nicht beanstandet werden kann (siehe Systeme Zweischalige Wand 2.2). Auch eine kerngedämmte Wand darf mit einem zusätzlichen Luftspalt versehen werden. Zitat DIN 1053 zur Kerndämmung: Die Außenschale soll so dicht, wie das Vermauern erlaubt (Fingerspalt), vor der Wärmedämmung errichtet werden. Die aktuelle Fassung der DIN 1053-1 lässt dem Planer die Freiheit, die Hohlschicht entweder vollständig mit Wärmedämmung zu verfüllen oder mit einer wasserabweisenden Wärmedämmung und einer Luftschicht zu gestalten.

Ausschreibungshinweise

Im Folgenden werden auszugsweise die wichtigsten Angaben für die Ausschreibung einer Kerndämmung aufgeführt. Die Angaben müssen in der Praxis auf das Projekt abgestimmt sowie mit Angaben über Stein und Mörtelart, Verband- und Fugenausbildung, Verankerung, Sturzabfangungen und Dehnfugen vervollständigt werden. Für die Ausführung des Verblendmauerwerkes ist DIN 1053-1 einzuhalten.

Die Kerndämmung (Dicke 8 cm, 10 cm, 12 cm oder 15 cm) ist mit Dämmstoffen auszuführen, die für diesen Anwendungsbereich genormt oder bauaufsichtlich zugelassen sind. Die Dämmstoffe müssen wasserabweisend sein, z.B. hydrophobierte Faserdämmstoffplatten nach DIN 18165 oder Hartschaumplatten nach DIN 18164. Die Wärmeleitfähigkeit kann je nach Aufbau und Steinart der Innenschale 0,035 W/mK oder 0,040 W/mK betragen.

Platten und mattenförmige Mineralfaserdämmstoffe sind so dicht zu stoßen, Platten aus Schaumkunststoffen so auszubilden und zu verlegen (Stufenfalz, Nut und Feder), dass ein Wasserdurchtritt an den Stoßstellen dauerhaft verhindert wird.

Die Mindestgröße der Entwässerungsöffnungen muss 50 cm2 auf 20mWandfläche betragen – unten durch offene Stoßfugen auszuführen.

Im Sockel sowie über Stürzen sind bitumenbeständige Folien als horizontale Feuchtigkeitssperrschichten mit Gefälle (Hohlkehle im Sockel) vorzusehen.

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9.1.1 Ausschreibungsgrundlagen

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9.3.1 Vorbemerkungen