3.3.1 Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz

Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz

Maßnahmen zur Energieeinsparung sind nicht freigestellt; sie sind gesetzlich geregelt. Die Anforderungen wurden in den letzten Jahrzehnten immer wieder angehoben. Lange Zeit galten nur die Anforderungen der DIN 4108 Wärmeschutz im Hochbau. Hier waren für drei Wärmedämmgebiete Anforderungen an den Wärmedurchlasswiderstand der Außenbauteile gestellt.

Nach dem Ende der Erdölkrise wurden auf Grundlage des Energieeinsparungsgesetzes vom 22. Juli 1976 erstmals in einer Wärmeschutzverordnung Anforderungen beschrieben. In Abhängigkeit vom A/V-Verhältnis des Gebäudes war ein so genannter mittlerer k-Wert des Gebäudes nachzuweisen.

Die Anforderungen zur Begrenzung des Transmissionswärmeverlustes wurden bereits 1982 angehoben. Die Anhebung der Anforderungen bedeutete, bezogen auf den bis dahin geltenden Wärmedämmstandard, eine Verschärfung um etwa 20 %.

Die Wärmeschutzverordnung von 1982/84 wurde 1995 erneut novelliert, d. h. die Anforderungen wurden weiter verschärft. Mit der Einführung der Wärmeschutzverordnung 1995 wurden nicht mehr allein k-Wert-Begrenzungen definiert, sondern es wurden auf die beheizte Nutzfläche bzw. auf das beheizte Gebäudevolumen bezogene Anforderungen an den Jahres-Heizwärmebedarf für den Zeitraum einer Heizperiode gestellt.

Der Jahres-Heizwärmebedarf eines Gebäudes stellt die Wärmemenge dar, welche ein Heizsystem unter Annahme normierter Randbedingungen jährlich für die Gesamtheit der beheizten Räume des Gebäu des bereitstellen muss.

In einer Bilanz wurden die zu erwartenden Wärmeverluste über Transmission und Lüftung mit den internen und solaren Wärmegewinnen verrechnet. So war es möglich, in Bauteilbereichen, in denen z. B. aus konstruktiven Erwägungen nur eine geringe Wärmedämmstoffdicke realisiert werden konnte und somit für dieses Bauteil ein Fehlbedarf hervorgerufen wurde, durch z. B. den Einsatz einer Lüftungsanlage, diesen Fehlbedarf durch den Wirkungsgrad der Anlage auszugleichen. Dadurch ergab sich für den Planer ein größerer Gestaltungsspielraum in konstruktiver, gestalterischer und wirtschaftlicher Hinsicht.

Häufig wurde bei dieser Art der Verrechnung jedoch übersehen, dass nach wie vor die Regel ungen der DIN 4108 galten, welche Mindestwerte für die Bauteile definierte, die zwingend einzuhalten waren.

Die Anforderungen an die Heizungsanlage wurden durch eine getrennte Verordnung, durch die so genannte Heizungsanlagen-Verordnung, geregelt. Mit der Einführung der Wärmeschutzverordnung 1995 erfolgte eine weitere Minderung des Heizwärmebedarfs von Gebäuden von etwa 30 %, bezogen auf den Standard von 1982/84. Der Festschreibung dieses Standards hatte der Bundesrat nur unter der Voraussetzung zugestimmt, dass in den Jahren 1997/99 die Anforderungen erneut angehoben werden sollten.

Die Wärmeschutzverordnung 1995 und die Heizungsanlagenverordnung sind durch die Energieeinsparverordnung abgelöst worden. Mit der Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) durch die Bundesregierung ist beabsichtigt, den Heizenergiebedarf von Gebäuden um rund 25 % zu verringern, bezogen auf das Anforderungsprofil der Wärmeschutzverordnung von 1995.

Die Energieeinsparverordnung wurde 2002, 2004, 2007 und zuletzt zum 1.10.2009 novelliert. Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf diesen Stand.

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