4.1.1 Regeldetails und Praxis

Empfehlung und Planungshilfe

Die nachfolgend dargestellten Anschlusssituationen wurden vorrangig unter wärmeschutztechnischen Gesichtspunkten entwickelt. Dabei wurde dem Aspekt der Minimierung von Wärmebrückenwirkungen ein großer Stellenwert eingeräumt. Die dargestellten Anschlusssituationen und der dazugehörige Erläuterungsteil sind bei Verwendung in jedem Einzelfall objektbezogen und eigenverantwortlich zu überprüfen. Das zweischalige Mauerwerk mit Kerndämmung hat sich bewährt. Auch aus diesem Grund entspricht diese Konstruktion dem Stand der Technik. Unter Berücksichtigung der Verschärfung der wärmeschutztechnischen Anforderungen mit Einführung der Energieeinsparverordnung wird sich hieran nichts ändern. Die dargestellten Details des Konstruktionstypes zweischaliges Mauerwerk mit Kerndämmung lassen sich auch auf die Ausführung zweischaliges Mauerwerk mit Wärmedämm- und Luftschicht übertragen. Dabei wird der Fingerspalt zu einer Luftschicht erweitert. Bei gleichbleibendem Schalenabstand wird dadurch die Wärmedämmschichtdicke reduziert. Im Hinblick auf den Wärmedurchgangskoeffizienten ergeben sich dadurch Veränderungen und speziell bei einem Schalenabstand von d = 10 cm keine Gleichwertigkeit mit den Konstruktionsprinzipien der DIN 4108 Bbl 2 bei der Berücksichtigung im Wärmeschutznachweis.
Zweischalige Außenwand mit Kerndämmung

Zweischalige Außenwand mit Kerndämmung
© ZWM/KopfKunst

Vorbemerkungen zu den Anschlussspunkten

Die nachfolgend dargestellten Anschlusspunkte des Konstruktionstyps Zweischaliges Mauerwerk mit Kerndämmung wurden ohne einen realen Objektbezug entwickelt. Ziel war, die Anschlusssituationen aus wärmeschutztechnischer d. h. hier aus energetischer Sicht zu optimieren. Es wurden zwei verschiedene Wärmedämmstandards für die Außenwand zugrunde gelegt:

Fall A:
Wärmedämmschichtdicke der zweischaligen Außenwand,
d = 10 cm.
Fall B:
Wärmedämmschichtdicke der zweischaligen Außenwand, d = 14 cm.

Für die Innenschale wurden verschiedene Baustoffe berücksichtigt; die Bemessungswerte der Wärmeleitfähigkeiten betragen λ = 0,21-0,33-0,54 und 0,99 W/(m · K). Bei der Ausarbeitung der Anschlusspunkte wurde auch auf die in Lit. 07, Lit. 18 und Lit. 19, aufgeführt in 3.14.1 Literatur, gewonnenen Erfahrungen zurückgegriffen, teilweise handelt es sich hierbei um überarbeitete Auszüge aus der o. a. Literatur.

Bei der Ermittlung der speziellen U-Werte unter Berücksichtigung aller Bauteilschichten sind gemäß DIN EN ISO 6946 ggf. Korrekturfaktoren für den Wärmebrückeneinfluss durch mechanische Befestigungsteile (z. B. Drahtanker) und das Vorhandensein von Luftspalten in Wärmedämmschichten zu berücksichtigen. Bei Drahtankern ist die numerische Berücksichtigung erst bei sehr kleinen UWerten gegeben, Abbildung 32. In der Norm DIN EN ISO 6946 werden u. a. auch Rechenverfahren für die Ermittlung der Wärmeübergangswiderstände, Wärmedurchlasswiderstände für Luftschichten, Wärmedurchlasswiderstände unbeheizter Räume sowie Wärmedurchgangs widerstände von homogenen und inhomogenen Schichten vorgestellt. Die ausgearbeiteten Lösungen können nur als Empfehlung für die Planung an gesehen werden, welche der Anwender eigenverantwortlich und objektbezogen für den realen Einzelfall überprüfen muss. Bei den dargestellten Anschlusspunkten wurden weitgehend die geltendenden Normen berücksichtigt; jedoch kann der Stand der technischen Entwicklung auf diesem Gebiet oftmals nicht allein aus den Festlegungen der Normen abgeleitet werden, so dass Abweichungen an einigen Stellen unvermeidlich sind.

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3.17.1-6 Passivhausprojekte

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4.2.1-2 Vormerkungen zu den Anschlusspunkten