4.2.1-2 Vormerkungen zu den Anschlusspunkten

Hinweise zur Darstellung und Konstruktion

Nachfolgend werden für die dargestellten Anschlusspunkte allgemeine Hinweise gegeben:

Der Abstand zwischen Kelleraußenwand und gewachsenem Erdreich wurde relativ knapp bemessen. Hier sollte im Einzelfall unbedingt darauf geachtet werden, dass ein genügend breiter Raum vorhanden ist, damit die Herstellung der Sperrschicht, der Einbau der Perimeterdämmschicht, der Dränschicht und der Ringdränleitung mangelfrei erfolgen und darüber hinaus auch eine Kontrolle dieser Arbeiten ohne Schwierigkeiten durchgeführt werden kann.

Maßnahmen zur Minimierung der Wärmebrückenwirkung, wie der Einbau eines speziellen Elementes mit geringer Wärmleitfähigkeit z. B. im Bereich auf bzw. unterhalb der Kellerdecke, beim Anschlusspunkt Außenwand an Kellerdecke, Keller nicht beheizt, sind in den dargestellten Anschlusspunkten mit Buchstaben gekennzeichnet.

Neben der Überprüfung der Anschlusspunkte im Hinblick auf Übereinstimmung mit den Angaben der DIN 4108 Bbl 2 wurde den Aspekten Langlebigkeit, Minimierung von Wartungsaufwand und geringe Schadensanfälligkeit ein vergleichbar großer Stellenwert eingeräumt.

Erdberührte Bauteile sind u. a. gem. DIN 1053 und DIN 18195 abzudichten. Bei den Anschlusssituationen wurde von einzelnen Regelungen der geltenden Normen abgewichen.

Die 11,5 cm dicke Außenschale ist wasserdurchlässig.

Nach DIN 1053 darf der lichte Abstand der Mauerwerksschalen 150 mm nicht überschreiten. Der Hohlraum zwischen den Mauerwerksschalen darf ohne verbleibende Luftschicht verfüllt werden, wenn Wärmedämmstoffe verwendet werden, die für diesen Anwendungsbereich genormt sind oder deren Brauchbarkeit nach den bauaufsichtlichen Vorschriften nachgewiesen ist, z.B. durch eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung.

Es treten konstruktiv bedingte Wärmebrückenwirkungen im Auflager der Außenschale (Fußpunkt) und im Bereich der Fenster- und Dachanschlüsse auf. Maßnahmen zur Minimierung der Wärmebrückenwirkung, wie der Einbau eines hochdämmenden Elementes in der ersten Steinschicht auf der Fundamentplatte, bzw. unterhalb der Kellerdecke sind unbedingt auch tragwerkstechnisch für den jeweiligen Einzelfall zu untersuchen. Für den Aufstandsbereich der Außenschale auf einem hochdämmenden Element ist neben den tragwerkstechnischen Belangen ggf. auch die Frostbeständigkeit im Bereich dieser speziellen Steinschicht zu überprüfen. Bei der Verwendung von Steinmaterial mit einer kleinen Wärmeleitfähigkeit (λ etwa kleiner 0,33 W/(m · K)) im Bereich der Innenschale kann auf den Einbau eines hochdämmenden Elementes verzichtet werden.

Bei der Anordnung von Drahtankern in der Planung sind unterschiedliche Einflüsse zu berücksichtigen:
- Steinformat der Außenschale,
- Steinformat der Innenschale,
- Dicke der Stahlbetondecke,
- Toleranzen in der Ausführung.

Diese Einflüsse können z. B. durch den Einbau einer Ausgleichsschicht als erste Schicht auf der Geschossdecke bzw. in Einzelfällen auch durch eine Ausgleichsschicht unterhalb der Stahlbetondecke berücksichtigt werden.

Der Fensteranschluss unten und der äußere Brüstungsbereich werden direkt vom Niederschlag erreicht. Dieser Bereich muss daher mit einer Fenstersohlbank abgedeckt werden. Diese muss mit einem deutlichen Gefälle nach außen versehen werden. Die Fensterbank kann unterschiedlich geführt werden.

Fall A:
Bauteile, die im Bereich der Fläche wasserdicht sind, z. B. Fensterbänke aus Metall (Aluminiumlegierungen, bzw. Titanzink) oder aus Fertigteilen (Ziegel und Stahlbeton).

Fall B:
Bauteile, die in der Fläche nicht wasserdicht sind (z. B. gemauerte Fenstersohlbänke). Hier kann das Regenwasser durch die Fugen und das Steinmaterial durch treten.

Für beide Fälle ist die Notwendigkeit einer Sperrschicht unterhalb der Fenstersohlbank zu überprüfen, siehe hierzu DIN 1053 - 1. Seitlich sollte die Sperrschicht jeweils etwa 25 cm über die Fensteröffnung hinausgeführt werden, damit Wasser, welches nicht über die offenen Stoßfugen im Bereich der Fensteröffnung nach außen fließen konnte, seitlich in den Fingerspalt entwässern kann, ohne den Fensteranschluss zu durchfeuchten.

Es wird besonders darauf hingewiesen, dass alle Anschlusspunkte einschließlich deren Regelkonstruktionen auch im Hinblick auf diffusionstechnische Belange für den speziellen Einzelfall zu überprüfen sind. Im Rahmen dieser Veröffentlichung wurde wegen der Vielzahl möglicher Fälle auf diese Überprüfung verzichtet.

Bei der konstruktiven Durcharbeitung eines Anschlusspunktes müssen neben wärmeschutztechnischen Belangen auch die vorhandene Druckspannung, der Schlagregenschutz, die schallschutz- und verformungstechnischen Belange usw. berücksichtigt werden.

Jeder Anschlusspunkt muss weiterhin auch unter feuchteschutztechnischen Gesichtspunkten (z. B. Vermeidung von Schimmelpilzbildung) geprüft werden. Für die Anschlusspunkte ergeben sich, in Abhängigkeit von den in den jeweils zugeordneten Tabellen angegebenen Wärmeleitfähigkeiten der Innenschale, die minimalen inneren Oberflächentemperaturen θsi ; ermittelt, unter Zugrundelegung der Randbedingungen der DIN 4108 -2 : 2003 -07.

Besonders wichtig ist die Umsetzung der nachfolgenden Regeldetails, der wärmeschutztechnisch überprüften Anschlusspunkte auf der Baustelle. Schon im Stadium der Ausführungsplanung sollten sich Planende und Ausführende darüber verständigen, wie baupraktische, auf den jeweiligen Einzelfall angepasste Lösungen entwickelt werden können. Dies gilt insbesondere in Bezug auf den Abgleich mit der DIN 4108 Bbl 2. Im Rahmen der Ausschreibung sollte auf die Anforderungen hinsichtlich der Wärmedämm- und Dichtheitskonzepte hingewiesen werden.

Zur Vereinfachung des Nachweises gemäß Energieeinsparverordnung wurden für den Anwender die nachfolgend aufgeführten Anschlusssituationen für die Außenwand aus zweischaligem Mauerwerk mit Kerndämmung im Hinblick auf Übereinstimmung mit den Angaben der DIN 4108 Bbl 2: Wärmeschutz und Energie-Einsparung in Gebäuden Wärmebrücken Planungs- und Ausführungsbeispiele überprüft.

In einigen Bauteilsituationen wurden gegenüber den im Beiblatt 2 angegebenen Lösungen Modifikationen vorgenommen, welche aus der Sicht der Autoren baupraktisch sinnvoller sind bzw. zu einer weiteren Optimierung des Wärmebrückeneinflusses führen.

Anmerkung:
Bei nennenswerten Abweichungen von den Konstruktionsprinzipien der DIN 4108 Beiblatt 2 müssen die Auswirkungen mit Hilfe einer Wärmebrückenberechnung überprüft werden.

Inwieweit derartige Modifikationen aus rechtlicher Sicht im Rahmen des Nachweisverfahrens statthaft sind, bedarf einer rechtlichen Beurteilung. Dieser Aspekt ist, wie auch die Übereinstimmung der hier dargestellten Details mit geltenden Normen und anderen Regelwerken, vom Anwender eigenverantwortlich zu überprüfen.

Die Überprüfung der Gleichwertigkeit und die Ermittlung der minimalen Oberflächentemperaturen wurden unter den Randbedingungen der DIN 4108 Bbl 2: 2004-01 bzw. DIN EN ISO 10211 durchgeführt. In der DIN 4108 Bbl 2 finden sich die Angaben zu den Systemgrenzen zwischen den einzelnen Bauteilen, die Wärmeübergangswiderstände und die Temperaturrandbedingungen zur Bestimmung der minimalen Oberflächentemperaturen und längenbezogenen Wärmedurchgangskoeffizienten Ψ. Auf eine Nennung und Aufführung dieser Randbedingungen wird hier daher verzichtet.

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4.1.1 Regeldetails und Praxis

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