5.2.1 Feuchteschutz - Schlagregenschutz

Das zweischalige Prinzip

Die Teilung der Außenwandfunktionen in zwei Schalen bietet einen optimalen Wetterschutz. Die Außenschale schützt vor Regen, die Innenschale dient zur Winddichtung. Die Trennung der beiden Schalen verhindert den Wassertransport von außen nach innen. Wirksamer Schlagregenschutz beruht auf den Qualitäten des Materials (Stein und Mörtel) und der materialgerechten Ausführung des Vormauerwerks: Feuchteschutz beginnt im Detail. Für die Außenschale dürfen Steine mit und ohne Lochung verwendet werden. Die Lochung hat keinen signifikanten Einfluss auf die Schlagregensicherheit. Zugelassen sind ebenfalls glasierte Steine oder Steine mit Oberflächenbeschichtungen, deren Frostbeständigkeit nachgewiesen ist (DIN 52252-1).

Prinzip der Schlagregensicherung:
Kapillarität und Diffusion von Stein und Mörtel sorgen dafür, dass nur geringe Mengen Regenwasser an die Rückseite der Verblendschale gelangen.

Prinzip der Schlagregensicherung: Kapillarität und Diffusion von Stein und Mörtel sorgen dafür, dass nur geringe Mengen Regenwasser an die Rückseite der Verblendschale gelangen.

Kapillare Saugfähigkeit

Backsteine sind stark saugfähig. Ein durch Kapillare verbundenes offenes Porensystem ermöglicht die freie Wasserbewegung im Scherben. Folge sind schnelle Wasseraufnahme und -abgabe. Auch die Wasserdampfdurchlässigkeit der Steine ist hoch. Auf Grund der bauphysikalischen Vorteile ist die zweischalige Außenwand mit Verblendmauerwerk gemäß DIN 4108-3 in die höchste Beanspruchungsgruppe III bei Niederschlagsmengen von über 800 mm/Jahr eingestuft. Schlagenregenschutz bedeutet, dass eine geringe Menge Regenwasser in das Vormauerwerk eindringen oder dieses gar durchdringen darf, ohne Schaden anzurichten. Bei Regen kommt es zunächst zu einer Selbstdichtung: Kapillare von Stein und Mörtel füllen sich mit Wasser, es bildet sich ein Wasserfilm an der Oberfläche, die Hauptmenge des Regens fließt ab. Wie viel Wasser in das Mauerwerk eindringt, ist abhängig von der Kapillarität des verwendeten Steins und Mörtels. Erst wenn die gesamte Verblendschale gesättigt ist, fließt Wasser rückseitig ab und wird über Dichtungsbahnen und Entwässerungsöffnungen nach außen abgeleitet.

Trocknung und Kapillarwirkung

Eingedrungenes Wasser wird über die Kapillarwirkung von Stein und Mörtel zur Oberfläche transportiert und an die Außenluft abgegeben. Bei abnehmendem Feuchtegehalt erfolgt die weitere Trocknung über Dampfdiffusion. Die Saugfähigkeit bei glasierten und hochgebrannten Steinen ist eingeschränkt, so dass deren Kapillarität im Schlagregenschutz keine große Rolle spielt. Wichtig für die Trocknung ist hier die hohe Kapillarität und gute Diffusionseigenschaft des Fugmörtels. Der Kapillartransport über die Mörtelfugen reicht sogar für die Trocknung von Tauwasser aus der Hintermauerschale aus.

Prinzip Schlagregensicherung

Aufgabe ist es, durch planerische und konstruktive Maßnahmen den Übergang von Feuchtigkeit auf Wärmedämmung und innere Wandschale zu verhindern, eindringendes Wasser sicher abzuführen. Die Maßnahmen umfassen den Einbau von Dichtungen, Sperrschichten und Entwässerungsöffnungen sowie wasserabweisender Dämmstoffe. Verankerungen, Auflager und Berührungspunkte der beiden Mauerschalen müssen so ausgebildet sein, dass kein Wasser übergeleitet werden kann. Maueranker müssen nach außen geneigt sein, besser noch mit Tropfscheiben versehen werden. Wichtig ist die Ausführung: Klinker sollten nur trocken und vollfugig vermauert werden. Mörtel der Mörtelgruppe IIa (am besten Werktrockenmörtel) gewährleisten dichten Haftverbund. Fugenglattstrich hat eine geringere Wasseraufnahme als nachträgliches Verfugen (siehe 6.2.1).

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5.1.1 Bauphysik der zweischaligen Wand

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