5.3.1 Grundlagen Schallschutz

Bautechnik und Hörempfinden

Schallschutz im Hochbau ist kein rein technisches Thema. Denn das menschliche Hörempfinden ist genau wie der sogenannte Lästigkeitsgrad von Lärm individuell. Durch bauliche Maßnahmen kann nicht verhindert werden, dass keine Geräusche mehr wahrgenommen werden. Die normativen Mindestanforderungen an den Schallschutz implizieren daher ein zumutbares Maß an Lärm. So resultiert das bewertete Schalldämm-Maß R’w für Bauteile aus dem gemessenen Schalldämm-Maß R und dem durchschnittlichen Hörempfinden aus tiefen und hohen Frequenzen (Zahl der Schwingungen pro Sekunde in Hertz, Hz). Die Stärke eines Schalls (Geräuschs) wird durch den Schallpegel L in der Einheit Dezibel (dB) erfasst. L bezeichnet das Verhältnis von Schalldruck und der Empfindungswelle des menschlichen Ohres bei 1000 Hz. Es gibt zwei Wege der Schallübertragung: Luftschall- und Körperschall-Übertragung. Letztere spielt bei Außenwänden kaum eine Rolle. Daher beziehen sich alle Ausführungen zu zweischaligen Wänden auf die Luftschalldämmung.

Anwendung der DIN 4109 für Außenwände

Die Anforderungen an den Schallschutz sind geregelt in der DIN 4109 Schallschutz im Hochbau. Das Beiblatt 1 enthält Ausführungsbeispiele und Rechenverfahren, das Beiblatt 2 Hinweise für Planung und Ausführung, Vorschläge für einen erhöhten Schallschutz sowie Empfehlungen für den Schallschutz im eigenen Wohn- und Arbeitsbereich.

Um die Größenordnung des notwendigen Lärmschutzes zu ermitteln, werden die Außengeräusche in Lärmpegelbereiche von I bis VII eingeteilt. Diesen ist jeweils ein maßgeblicher Außenlärmpegel von 55 bis über 80 dB(A) zugeordnet. Auf Grund der zu erwartenden oder bestehenden Lärmbelästigung wird der erforderliche Lärm-/ Schallschutz von Außenbauteilen als resultierendes Schalldämm-Maß R’w, res definiert – je nach Raumart zwischen 35 und 50 dB (siehe Tabelle 1).

Der geforderte Lärmschutz muss von dem gesamten Bauteil, einschließlich Öffnungen, erbracht werden. über den Fensterflächenanteil (in %) werden die bewerteten Schalldämm-Maße R’w für Wand und Fenster bestimmt. Der maximale Wert für Wände beträgt dabei 60 dB bei einem Fensterflächenanteil > = 45% (siehe Tabelle 2).

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5.2.2-4 Feuchteschutz im Detail

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5.3.2 Schalltechnischer Nachweis