2.7.1 Wärmedurchgangskoeffizienten (U-Werte) von zweischaligen Außenwänden

Wärmedurchgangskoeffizienten

Die Energieeinsparverordnung (EnEV) ist am 1. Februar 2002 in Kraft getreten. Sie löst die WSVO Wärmeschutzverordnung und Heizungsanlagenverordnung ab und führt sie zusammen in einem neuen Regelwerk. Die EnEV stützt sich auf europäische und nationale Normen.


Mit der EnEV soll der Heizenergiebedarf von Neubauten um ca. 30 % gegenüber den bisherigen Anforderungen gesenkt werden. Was bisher als Niedrigenergiehausstandard galt, wird zur Regel.


Der bereits seit mehreren Jahren anhaltende Trend zur zweischaligen Bauweise wird mit der Einführung der EnEV neue Impulse bekommen. Als einzige Außenwandkonstruktion mit einer hundertjährigen Erfolgsgeschichte erfüllt die zweischalige Außenwand mit einem bauphysikalisch bewährten Konstruktionsprinzip die heutigen Anforderungen der EnEV und Passivhäuser problemlos. Nach der neuen EnEV müssen die Wärmedurchgangskoeffizienten der Bauteile (U-Werte) nach der europäischen Norm DIN EN ISO 6946 : 1996-11 „Bauteile-Wärmedurchlaßwiderstand und Wärmeduchgangskoeffizient-Berechnungsverfahren“ ermittelt werden.

Der Wärmedurchgangskoeffizient U muss nur dann korrigiert werden, wenn die Gesamtkorrektur ΔU, größer als 3 % von U ist.

Die Wärmedämmeigenschaften der zweischaligen Außenwände werden insbesondere von der Dämmstoffart und -Dicke in der Hohlschicht bestimmt. Die Tabelle 1 zeigt, dass bei Verwendung von genormten Steinen gemäß DIN V 4108-4 :
2002-02 die Anforderungen der neuen EnEV an die U-Werte der Außenwände unabhängig von der Baustoffart der Innenschale weit unterschritten werden. Sind aber besonders wärmedämmende Gebäudehüllen erforderlich, so können die Aufbauten für die zweischaligen Außenwände aus der unteren Tabelle 2 entnommen werden. In der Tabelle 2 sind für die tragende Innenschale Steine aufgeführt, die nach Zulassung besonders gute Wärmeleitfähigkeiten aufweisen. Somit lassen sich auch die energetisch sparsamen Passivhäuser oder auch 3-Liter Häuser mit zweischaligen Außenwänden realisieren.
Die zweischalige Außenwand mit Luftschicht nach DIN 1053-1 fällt nach DIN EN ISO 6946 unter die Definition „stark belüftet“. Die Luftschicht und die Verblendschale dürfen somit bei der Berechnung des U-Wertes nicht mehr berücksichtigt werden. Statt dessen wird ein äußerer Wärmeübergangswiderstand verwendet, der dem bei ruhender Luft entspricht (d.h. gleich dem inneren Wärmeübergangswiderstand desselben Bauteiles ist, Rsi = Rse = 0,13 (m2.K)/W.
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2.6.5 Fassaden

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