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3.15.2-3 Moderne Energiebauweisen - zweischaliges Ziegelsichtmauerwerk

Zweischalige Energiebauweisen - erhöhter Wärmeschutz

EnEV 2009/KfW-Effizienzhaus 70 und 55, Passivhaus – für all diese Energiestandards bietet zweischaliges Ziegelsichtmauerwerk konstruktive Lösungen in einem guten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Zwar darf nach DIN 1053 der Abstand von Vormauerschale (VMZ) und Hintermauerschale (HMZ) maximal 15 cm betragen, folglich sind im Zwischenraum auch maximal 15 cm Wärmedämmung möglich. Der Markt bietet jedoch Maueranker, die für einen Abstand von bis zu 22 cm zugelassen sind (siehe z.B. www.bever.de). Aufgrund des Tragfähigkeitsnachweises und der bauaufsichtlichen Zulassung der Maueranker kann der Zwischenraum und damit auch die Dämmstärke bei Kerndämmung mit maximal 20 cm erhöht werden. Auf diese Weise sind alle genannten Standards zu erfüllen. Die Stärke der Innenschale beträgt dabei mindestens 17,5 cm.

Detail Wandaufbau Maueranker

Detail Wandaufbau Maueranker
© Dittert und Reumschüssel

Energieoptimierung und Feuchteschutz

Die hohen Dämmstärken moderner Energiebauweisen allgemein beeinflussen das bisher bekannte physikalische Verhalten von Fassaden signifikant. So trägt die völlige Abkopplung des Wärmestroms von innen nach außen dazu bei, dass die Oberflächentemperaturen an der Fassade stark absinken. Bei Fassaden mit Wärmedämmverbundsystemen (WDVS) ist daher ein neues Phänomen aufgetaucht. Wenn die Abschlussschicht der Fassade aufgrund geringer Dicke und/oder heller Farben solare Wärme im Tagesverlauf nicht speichern kann, bildet sich in klaren, kalten Nächten schnell Raureif an der Bauteiloberfläche – sobald die Oberflächentemperatur die Lufttemperatur unterscheidet. In ungünstigen Lagen kann es dadurch zu vermehrtem Wachstum von Mikroorganismen (Algen, Pilzen) kommen, das zur Beeinträchtigung des Fassadenbildes führt. Zwar ist Algenbewuchs kein konstruktiver Schaden, sehr wohl aber ein genauso ernst zu nehmender ästhetischer Schaden, wie das Landgericht Frankfurt am Main mit Aktenzeichen 19.12.1999 3-130-104/96 urteilte. Fassaden haben neben funktionalen im selben Maße ästhetische und wirtschaftliche Ansprüche zu erfüllen.

Die Gefahr ist, wie Erfahrungen in Norddeutschland zeigen, bei Ziegelsichtmauerwerk äußerst gering. Die 11,5 cm starken Verblender zeichnen sich durch hohe Wärmespeicherfähigkeit aus. Die meist dunklen Steine begünstigen die Solarabsorption. Der Feuchtigkeitsanfall ist, wenn überhaupt, sehr klein. Folglich bleiben auch bei hohen wärmegedämmten zweischaligen Außenwänden die bewährten Eigenschaften, wie Witterungs- und Feuchtigkeitsschutz, Langlebigkeit, Beständigkeit des Fassadenbildes, der Verblendschale erhalten.
Detail Wandaufbau mit Dämmung

Detail Wandaufbau mit Dämmung
© Dittert und Reumschüssel

Algenwachstum und Verfärbungen auf Putzoberflächen bei hochwärme -
gedämmten Bauweisen. Beim anschließenden Klinkermauerwerk ist kein
Algenwachstum vorhanden.

Algenwachstum und Verfärbungen auf Putzoberflächen bei hochwärme - gedämmten Bauweisen. Beim anschließenden Klinkermauerwerk ist kein Algenwachstum vorhanden.
© ZWM/KopfKunst

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