3.2.1-2 Grundlagen

Grundlagen

In unseren Breiten ist das Klima so beschaffen, dass Innenräume zur Aufrechterhaltung eines behaglichen Raumklimas im Jahr eine lange Zeit beheizt werden müssen. Hierfür benötigen wir Energie. Bei der Verbrennung fossiler Energieträger zur Bereitstellung von Heizwärme entsteht neben den bekannten Schadstoffen wie Kohlenmonoxid, Schwefeldioxid, Rauch und Ruß auch Kohlendioxid, COâ‚‚. Diese Schadstoffe sind unter dem Begriff saurer Regen allgemein bekannt. In diesem Zusammenhang sind beispielsweise das Waldsterben und die Zerstörungserscheinungen an den Oberflächen von Bauteilen zu nennen. Die Auswirkungen des gegenüber früher vermehrten Kohlendioxidausstoßes geben ebenfalls Anlass zu großer Besorgnis. Obwohl aus physiologischer Sicht COâ‚‚ nicht als Schadstoff einzustufen ist – es schadet dem menschlichen Organismus nicht direkt – stellt die Zunahme des COâ‚‚-Gehaltes der Atmosphäre global gesehen jedoch eine sehr ernste Gefahr dar. Unbestritten ist, dass eine deutliche Zunahme des COâ‚‚-Gehaltes aufgrund der Treibhauseigenschaften dieses Gases (Änderung des Strahlungshaushaltes der Atmosphäre) weltweit eine deutliche Klimaveränderung bewirkt, da das COâ‚‚-Gas mit rund 50 % am anthropogen bedingten Treibhaus effekt beteiligt ist, Abbildung 1.

 

In den vergangenen 100 Jahren ist weltweit die CO2-Emissionsrate aus Verbrennungsprozessen dramatisch angestiegen, bedingt durch eine verstärkte Verwendung fossiler Energieträger, Abbildung 2. Hierfür sind vor allem die Industrieländer verantwortlich. Die Industrieländer mit einem weltweiten Bevölkerungsanteil von rund 25 % verursachen heute etwa 80 % der CO2-Emissionen. Auf die sogenannten Entwicklungsländer mit einem weltweiten Bevölkerungsanteil von 75 % entfällt demgegenüber nur ein CO2-Emissionsanteil von rund 20 %.
 
Die Weltbevölkerung steigt dramatisch an; verbunden mit der zunehmenden Industrialisierung der Entwicklungsländer und dem Wunsch, den Lebensstandard zu erreichen, der dem der Industrieländer gleicht, kann davon ausgegangen werden, dass sich der Primärenergieverbrauch weltweit in den nächsten 30 bis 40 Jahren gegenüber heute fast verdoppeln wird. 
 
Der Primärenergieverbrauch in den OECD-Staaten Europas wird sich in dem eben genannten Zeitraum um etwa 40 % erhöhen. Dieser prognostizierten Entwicklung muss unbedingt entgegengewirkt werden. Es gilt den Energieverbrauch und damit auch die CO2-Emissionen drastisch zu senken. Unmittelbar wirksam ist die Ausschöpfung und Realisierung technischer CO2-Verminderungspotenziale durch eine deutliche Reduzierung des Energieverbrauchs. Gut ein Drittel des gesamten Endenergiebedarfs entfällt in Deutschland auf die Bereitstellung von Heizwärme für Gebäude, Abbildung 3. Im Hinblick auf die steigenden Energiepreise sind energiesparendes Bauen und energiesparendes Nutzen der Räume daher erforderlich. Fossile Energieträger lassen sich im Zeitraum des menschlichen Daseins nicht erneuern; sie sind zu wertvoll, um verbrannt zu werden. Wärmeschutzmaßnahmen sind in diesem Zusammenhang ganz eindeutig ein unverzichtbarer Beitrag zum Umweltschutz; sie sind ein Hauptbestandteil des ökologischen Bauens.
Abbildung 1: Verlauf der Änderung der Außenluft temperatur weltweit.

Abbildung 1: Verlauf der Änderung der Außenluft temperatur weltweit.

Abbildung 2: Entwicklung von Weltbevölkerung, Energieverbrauch und
CO2-Emissionen.

Abbildung 2: Entwicklung von Weltbevölkerung, Energieverbrauch und CO2-Emissionen.

Abbildung 3: Aufteilung des Endenergiebedarfs in Deutschland.

Abbildung 3: Aufteilung des Endenergiebedarfs in Deutschland.

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3.1.1 Baulicher Wärmeschutz

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3.3.1 Anforderungen an den baulichen Wärmeschutz