6.7.1 Rissbildung

Risse durch Schwinden und Temperaturänderungen

Die Vormauerschale unterliegt Beanspruchungen durch Temperaturdehnungen und Feuchtigkeitsänderungen. Diese führen bei Behinderung der freien Verformung zu Zugspannungen. Die statisch notwendige Verbindung von Vor- und Hintermauerschale durch Drahtanker behindert nicht die Bewegung. Ursache sind vielmehr die Auflagerung und der Anschluss an angrenzende Bauteile. Zugspannungen verlaufen überwiegend horizontal, wodurch meist vertikal gerichtete Risse auftreten: abhängig von der Festigkeit zwischen Mauerstein und Mörtel entlang des Fugenverlaufes oder durch die Steine. Beste Vorbeugemaßnahme sind möglichst große überbindelängen der Mauersteine. Die Risse (Breite unter 0,2 mm) wirken sich nicht negativ auf die Standsicherheit aus, können aber die Funktionalität einschränken. Durch eine konstruktive Bewehrung kann die Rissentstehung nicht verhindert werden. Allerdings werden durch diese die Risse fein verteilt und unschädlich.

Riss durch Schwinden und Temperaturänderungen

Riss durch Schwinden und Temperaturänderungen

Rissgefährdete Bereiche

Einspringende Ecken an Öffnungen und Höhenversprünge sind prinzipiell rissgefährdet. An diesen Stellen konzentrieren sich Verformungen der Wand und Spannungen. Daher sind hier, wie auch bei starrer Befestigung der Vorsatzschale durch Abfangungen an der Tragkonstruktion, Dehnungsfugen anzuordnen. Alternativ können auch konstruktive Bewehrungen vorgesehen werden. Die Verankerungslänge der Bewehrung hinter den gefährdeten Bereichen sollte mindestens 80 cm betragen. Empfehlenswert ist eine 3-lagige Ausführung.

Lagerfugenbewehrung von Riss
gefährdeten Bereichen

Lagerfugenbewehrung von Riss gefährdeten Bereichen

Werden keine Dehnungsfugen an den Ecken vorgesehen, entstehen Risse

Werden keine Dehnungsfugen an den Ecken vorgesehen, entstehen Risse
© FV Ziegel Nord

Bewehrung

Richtwerte für die Anordnung von Dehnungsfugen bzw. die fugenfreien Abstände finden sich in DIN 1053-1 (siehe Dehnungsfugen 2.4.5). Können die empfohlenen Richtwerte nicht eingehalten werden, müssen konstruktive Bewehrungen in die Lagerfugen der Vorsatzschale eingebracht werden. Mindestbewehrung pro Lagerfuge sind zwei parallel verlaufende Stahl-Längsstäbe mit einem Durchmesser von 5 oder 6 mm. Zum dauerhaften Schutz vor Korrosion müssen diese aus Edelstahl bestehen.
Bewehrungsanordnung in der
Lagerfuge

Bewehrungsanordnung in der Lagerfuge

Bewehrungsanordnung in einer Verblendschale
im Steinformat NF
(4 Stk /stgm)

Bewehrungsanordnung in einer Verblendschale im Steinformat NF (4 Stk /stgm)

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6.6.1 Typische Ausführungsfehler

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6.8.1 Durchfeuchtung / Ausblühungen